Kollektion 03 Entsicherung (2003)

Kollektion 03 ENTSICHERUNG – Für Kollektivperformance DEMONSTRATION 20./21.06.03 Leipzig, Schaubühne Lindenfels

Beitrag 1. Zu These 5
Ein albernes Hirn hätte sich die KriegsgegnerInnenbefürworterInnen ausgedacht – zum Spaß, als infantiles Konstrukt auf wessen? Kosten, während Bush mit Halali-Jagdmotiven Ernst macht. DER setzt die Denksprache der Trickfilm-Metaphern in Weltpolitik um, während Bin Laden die authentischen Ereignisse produziert.

Menschen wollen Leidenschaft und Pathos, aber die politischen Meinungsbildner und die Medien vernutzen alle Themen, für die es sich lohnen würde. Es gibt keine Sozialblöcke, die massenhafte Interessen massenhaft ausdrücken würden. Marx hatte Unrecht, als er die Industriegesellschaft dualistisch definierte, als kapitalistische Ausbeuter und als proletarische Ausgebeutete. Wohl gibt es nicht minder, gar mehr Ausbeutung, doch in bunten Facetten. Mächtige und Machtlose sind eine Person. Die Ausdifferenzierung der Gesellschaft wird in den Medien als Chaos reproduziert, das kaum noch entschlüsselbar ist. Die sinnlos wuchernden Informationen führen auch zur Politikmüdigkeit. Demonstrationen brauchen aber ein klares, deutliches Ziel, das durchaus auch kompliziert sein und genügend Deutungsraum enthalten kann. Der Frieden hat nur als Pazifismus eine solche Prägnanz.
Polizei und Militär sind gegensätzlich. Militär muss im praktischen Handeln die Menschenrechte ignorieren. Polizei soll dagegen die Schuldigen einer Bestrafung zuführen und die Unschuldigen schützen. Militär schießt immer auf Unschuldige, auf Zivilisten oder auf Soldaten. Militär ist atavistisch und immer feindlich.

Beitrag 2
„Die Mitte (…) betreibt die Entleerung, nicht die Erfüllung der Zeichen der Zivilgesellschaft. (…) Die Zeichen des Friedens sind dumm geworden.“

Gewalt ist nicht der anderen gleich. Krieg ist Frieden nach innen, Revolution ist Frieden nach außen. Durch Krieg bleibt innen alles nur etwas schlimmer beim Alten. Beim Alten, das will die politische Mitte und ist trotz des K.es voller Friedenssehnsucht. Aber Mitte gibt es eigentlich dreifach, als glatte Prosperität, als Kompromiss der vielen Fäden und auch als Nicht-Mitte, als Summe von Bewegungen, zunächst als geistige, manchmal zuerst als Demonstration. Die Zeichen der fetten Mitte sind dumm, die der bigotten Mitte sind sentimental und nur die Zeichen der Aufklärung sind Signale, nur der Pazifismus hat die Klarheit zu gültigen, lebendigen Zeichen.

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