Für eine Welt ohne Waffen

Der Erfinder des Dynamits Alfred Nobel sprach nach dem Friedenskongress 1892 in Bern zu seiner Freundin, der Friedensaktivistin Baronin Berta von Suttner: „Meine Fabriken werden vielleicht dem Krieg noch früher ein Ende machen als Ihre Kongresse. An dem Tag, da zwei Armeekorps sich gegenseitig in einer Sekunde werden vernichten können, werden wohl alle zivilisierten Nationen zurückschaudern und ihre Truppen verabschieden.“

Alfred Nobel hatte leider Unrecht, die „zivilisierten“ Nationen sind nicht erschaudert, das Militär wurde nicht verabschiedet. Heute ist trotz der fürchterlichen Atomwaffen, der Raketen, Kampfbomber und Drohnen der trügerische Glaube an die Abschreckungskraft von Rüstung immer noch vorhanden – obwohl der moderne Krieg die Grenzen des Ethischen längst überschritten hat.

Militär erhöht nicht die Sicherheit, sondern reduziert sie. Hunderttausende Tote und Verletzte und Millionen Flüchtlinge sind das Ergebnis sich überkreuzender geopolitischer Interessen, die nur sehr selten der behaupteten Humanität folgen. In den internationalen Beziehungen herrschen egoistische und imperiale Bestrebungen, viele Konflikte werden nach den veralteten Denkmodellen der militärischen Logik zu lösen versucht. Die sogenannten „humanitären“ Interventionen mittels Kampfflugzeugen sind inzwischen selbst zum Ausgangspunkt menschlicher Tragödien geworden und haben den Terrorismus beflügelt.

Viele Menschen sind mit dem kriegerischen Zustand der Welt sehr unzufrieden und können sich durchaus eine friedliche Welt ohne Maschinengewehre vorstellen. Doch sie sehen keinen realistischen Weg zu einer Welt, in der Konflikte durch Kooperation statt durch Konfrontation gelöst werden. Dem großen Friedensbedürfnis der Menschen stehen gewaltige Partikularinteressen entgegen – von der Rüstungsindustrie über Machtpolitiker bis zu einfachen Ganoven. Manche glauben gar an eine genetische Veranlagung des Menschen zum Krieg und können sich überhaupt keinen Systemwechsel zum Pazifismus vorstellen.

Seit 2014 gibt es in Weimar die Initiative „Welt ohne Waffen“. Sie ist in Gemeinschaft mit vielen anderen Rüstungsgegnern in Deutschland und der Welt auf der Suche nach friedlichen Mitteln der Konfliktbewältigung. Die überparteiliche Initiative versteht sich als Streiterin für eine organisierte Mitmenschlichkeit und Gewaltlosigkeit in den internationalen Beziehungen. Ihr Ziel ist es, die Möglichkeiten der Abrüstung zu erforschen und geeignete Mittel der friedlichen Krisenprävention zu propagieren, um einem gerechten Frieden näher zu kommen. Sie braucht Mitstreiter, wer hat Interesse? – weltohnewaffen@gmx.de oder Tel. 03643 401078.

Prof. Dr. Olaf Weber, Initiative „Welt ohne Waffen“ Weimar

Der Autor mit dem Plakat der Weimarer Initiative „Welt ohne Waffen“ im Mai dieses Jahres vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York und der Skulptur „Non Violone“ des schwedischen Künstlers Carl Fredrik Reuterswärd.

Der Autor mit dem Plakat der Weimarer Initiative „Welt ohne Waffen“ im Mai dieses Jahres vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York und der Skulptur „Non Violone“ des schwedischen Künstlers Carl Fredrik Reuterswärd.
Foto: privat

Veröffentlicht in: Rathauskurier Stadt Weimar vom 20.06.2015

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