Archiv der Kategorie: 05 Architektur und Stadtplanung Weimar

Ein dezentrales Bauhaus-Museum für Weimar (2009)

Ein dezentrales Bauhaus-Museum für Weimar

Weimar diskutiert schon quälend lange über den möglichen Standort für ein neues Bauhaus-Museum, nachdem die Finanzierung dieses Museums seit längerem gesichert ist. Während die Klassik Stiftung Weimar den Standort am Theaterplatz favorisiert, spricht sich die Bauhaus-Universität Weimar für die Nähe zur Universität aus. Zuletzt kam wieder die Mensa am Park in die Diskussion zurück, die zwischenzeitlich sowohl von Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar, als auch von Prof. Dr. Gerd Zimmermann, Rektor der Bauhaus-Universität, als möglicher Ideal-Standort genannt wurde. Das Kulturjournal Mittelthüringen sprach mit Professor Olaf Weber – seit kurzem emeritierter Professor für Ästhetik an der Bauhaus-Universität Weimar – über die Planungen zum neuen Bauhaus-Museum. Weiterlesen

Museum gegen Mensa? (2009)

Museum gegen Mensa?

Wieso muss eigentlich ein Haus dorthin, wo schon eines steht, um dieses an einen anderen Ort zu vertreiben? Leider ist die Idee aufgekommen, auf der Suche nach dem künftigen Standort des Neuen Bauhausmuseums die Mensa am Park abzureißen, an einem anderen Ort eine neue Mensa zu bauen und die freigewordene Fläche mit dem neuen Bauhausmuseum zu beglücken. Ich habe ein paar Argumente dagegen. Weiterlesen

Reize Weimars (1999)

Reize Weimars
Antwort auf einen Leserbrief (Thüringer Landeszeitung vom 11.03.99)

Wenn jemand Weimar als „touristenfeindlich“ scheltet, so muß er entweder einen driftigen Grund haben oder ihm geht es um Pauschalverdächtigungen wie „Unternehmerfeindlichkeit“, die aus einer bestimmten politschen Ecke gegen die Rot-Rot-Grüne Mehrheit im Weimarer Stadtparlament erhoben werden. Weiterlesen

Wachstum – wohin? (1999)

WACHSTUM – WOHIN?

Neulich wurde eine Studie über das Hotelwesen in Weimar bekannt. Danach gibt es schon heute doppelt soviel Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt, wie normalerweise trotz der Anziehungskraft von Goethe, Schiller, sowie anderer Prominenter und Attraktionen gebraucht würden. Die Schlußfolgerung der Hoteliers heißt: Bürgermeister schlafe nicht, sondern schaffe Touristen her, die in unseren Betten schlafen. Also: Mehr, mehr, mehr. noch mehr! Weiterlesen

Die Quadratur des Zentrums (1998)

Olaf Weber
Die Quadratur des Zentrums
Eine Architektur- und Kulturkritik am Beispiel Weimars

Auch in Weimar ist ein Baustil ausgebrochen, der bei manchem Traditionsbewußten auf Erschrecken trifft. Doch das Handelshaus am Theaterplatz, die neue Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes und das am organisierten Bürgerprotest gescheiterte Buren-Projekt für den Rollplatz sind Zeugnisse eines globalen Phänomens, das immer häufiger als „Zweite Moderne“ bezeichnet wird. Zu sehen sind vor allem rechte Winkel, Quadrate, Reihungen, Wiederholungen, eben das additive Prinzip. Weiterlesen

Neues Bauen in Weimar (1997)

Olaf Weber
Neues Bauen in Weimar

In Weimar ist alles auf das Jahr 1999 ausgerichtet, in dem dieser kleinste aller jemals dazu erkorenen Orte „Europäische Kulturstadt“ sein wird. Auf den ersten Blick ist Bauen derzeit vor allem Straßenbau. Die ewige Kult- und Protokollstrecke vom Bahnhof über Goethe- und den Theaterplatz, Schillerstraße bis zum Frauenplan und dem „Elefanten“ wird grundsaniert und aufpoliert. Die neue Ästhetik der Millimeter genau verlegten, industriell geschnittenen Natursteinplatten bestimmt zunehmend den Charakter der im 19. Jahrhundert ausgeformten Straßen und Plätze des klassischen Weimar. Unter der abstrakten Granitsteinstruktur der Flaniermeile liegen die dazu passenden Kabel aus Glasfaser. Nur im engeren Bezirk der mittelalterlichen Altstadt herrscht noch das Pflaster. Weiterlesen

Alle Macht dem Gestaltungsbeirat (1997)

ALLE MACHT DEM GESTALTUNGSBEIRAT!

Im letzten Jahr war es endlich gelungen, einen Gestaltungsbeirat für Weimar zu gründen. Doch was nützt es, wenn der Rat dieses Rates nicht angenommen wird?

Im Falle des neuen Kaufhauses auf dem Schützengassenplatz plädierte der Gestaltungsbeirat kürzlich für das, was schon vorher ein Wettbewerb und die Arbeit am Bebauungsplan ergeben hatten: Die Häuser Schillerstr. 11 und 11a sollten erhalten und die Kaufhauseingänge vom Gänsemännchenbrunnen und der Schützengasse entwickelt werden. Weiterlesen

Eigentum verpflichtet? (1996)

EIGENTUM VERPFLICHTET?

Im freien Fall der Fassaden an der Ackerwand (ehem. Russische Gesandtschaft, zuletzt Schule) kommt das ganze Dilemma zum Ausdruck, das entsteht, wenn die Interessen eines Investors im Widerspruch zur Erhaltung historischer Substanz stehen. Eigentum verpflichtet, so hübsch hört man das manchmal. Doch allzu oft wird die Öffentlichkeit arg getäuscht. Das Schicksal des denkmalgeschützten Gebäudes war bereits mit der Entscheidung besiegelt, ein Hotel darin einzurichten. Die innere Raumstruktur passte nämlich nicht zu einer Hotelfunktion – also musste das Haus „entkernt“ werden. Der nun erfolgte Abriss der verbliebenen Außenhülle vollendet den Frevel nur, ist aber wenigstens konsequent. Nun kann die äussere Hülle uns nicht mehr vorlügen, es wäre ein Denkmal erhalten geblieben. Es ist einem wirtschaftlichen Kalkül geopfert worden. Weiterlesen

Theater(platz)donner – Aufregung um Langeweile? (1996)

Theater(platz)donner: Aufregung um Langeweile

Verehrter Herr Dr. Bothe,
ich finde es gut, dass Sie sich einmischen, aber Ihre Kritik zielt am Kern, nämlich am Problem des Ortes vorbei. Bauen ist nicht das Erstellen von Gebäuden, sondern der mit Raumschaffen begründete Eingriff in einen von Natur und Geschichte schon vorgeprägten Ort, der durch bauliche Strukturen mit Gebrauchswert und Kultur angereichert werden soll. Weiterlesen