Autorenarchiv: Olaf Weber
Der Drang zum Trug im Unigrauen.
Der Drang zum Trug im Unigrauen.
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Neue Strategien des Absurden
Seminar: WS 2010 / 2011
Die Welt ist absurd. Die Kunst ist anders und natürlich besser absurd. Und das Design und das ganze Leben?
Das Absurde ist nicht einfach das Unkonventionelle, sondern eine widerständige Logik, die manchmal als Nonsens daherkommt. Im Februar 09 und 10 fanden die ersten „42. Kongresse“ unter dem Titel „Absinth – Die Gurken [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Das Schießhaus: Lebens-Kunst auf Weimar
Auszüge in Thüringer Landeszeitung vom 06. April 2010 und Thüringer Allgemeine vom 07. April 2010
Veröffentlicht in Texte zu Architektur und Stadtplanung (Weimar seit 1990) Kommentieren
42. Kongreß. Absinth – Die Gurken – Der Putsch
Der „42. Kongress. Absinth – die Gurken – Der Putsch“
Performance von Olaf Weber, Franciska Braun, Michael von Hintzenstern und einem Chor
am 02.02.2010
Das Treppenhaus im Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar. Im Foyer des 1. Obergeschosses ist ein ca. 3×3 Meter großes und 80 cm hohes Podest aufgebaut, die Zuschauer drängen sich auf dem Foyer, den breiten [...]
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Kitsch ist kitschy
Der Kitsch ist süßer Kulturmüll und ihr Profit. Er ist nicht der obligate tropfen Sentimentalität in jeder Kunst, sondern eine verschleiernde Machenschaft der Kulturindustrie, die uns die Taschen volllügt und dabei etwas heraus zieht.
Veröffentlicht in Architektur- und Designtheorie, Ästhetik ab 1990 Kommentieren
Statement für das Podiumsgespräch zum Thema „Architektur und Demokratie“
Wir haben den Auftrag, auf dieser Bühne über das Thema „Architektur und Demokratie“ zu diskutieren und ich möge –so heißt meine spezielle Aufgabe– als Mann des Ostens dieses Verhältnis auf die DDR projizieren. Ich will das gern mit ein paar Sätzen versuchen, doch muss ich zunächst einige Worte über den Begriff „Demokratie“ verlieren. Demokratie ist [...]
Veröffentlicht in Architektur- und Designtheorie, Ästhetik ab 1990 Kommentieren
bauhaus hoch n
Olaf Weber @ bauhaus hoch n – 2009 from Daniel Caleb Thompson on Vimeo.
24. Forum Typografie
weimar 17.-20.09.2009
bauhaus hoch n
forum typografie
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Ich kann kein Bauhaus mehr sehen
Ein Performance-Vortrag mit Franciska Braun (Sopran)
Künstlerische Mitarbeit: Anke Stiller
Auf dem 24. Forum Typographie am 17. 09. 2009 in Weimar
Drei Akteure auf der Bühne. Sie repräsentieren die akuten Elemente der Kunst – von Text, Gesang und Spiel wird das Vokabular dieser Performance entwickelt.
Der Redner beginnt mit seinem Vortrag, indem er einen Bogen über die realen Objekte [...]
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Das Bauhausmuseum als Stadt
25 Millionen für ein Bauhausmuseum und das schnell, aber wohin damit?
Die Klassik-Stiftung bevorzugt natürlich den Theaterplatz mit dem klassizistischen Kulissenhaus als Ouvertüre für das Moderne. Nur scheinbar macht aber die Ehe von Bauhaus und Klassik einen Sinn. Das Bauhaus gehört dem an, was wir heute fälschlicherweise die „klassische Moderne“ nennen. Der Begriff ist aber ein [...]
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Wer ist schuldig? (Gaza)
Wer die israeliche Aggression gegen den Gaza nicht als Aggression und die Massaker dort nicht als Massaker bezeichnet, der macht sich an den Töten mitschuldig. Wer wie die deutsche Öffentlichkeit die Schuld einseitig bei der Hamas sucht und seine analytischen Fähigkeiten damit verbraucht, in den Jahrzehnte dauernden driegerischen Kreisläufen den jeweils letzten oder ersten Schuß [...]
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Ein dezentrales Bauhausmuseum für Weimar?!
Weimar diskutiert schon quälend lange über den möglichen Standort für ein neues Bauhaus-Museum, nachdem die Finanzierung dieses Museums seit längerem gesichert ist. Während die Klassik Stiftung Weimar den Standort am Theaterplatz favorisiert, spricht sich die Bauhaus-Universität Weimar für die Nähe zur Universität aus. Zuletzt kam wieder die Mensa am Park in die Diskussion zurück, die [...]
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Museum gegen Mensa?
Wieso muss eigentlich ein Haus dorthin, wo schon eines steht, um dieses an einen anderen Ort zu vertreiben? Leider ist die Idee aufgekommen, auf der Suche nach dem künftigen Standort des Neuen Bauhausmuseums die Mensa am Park abzureißen, an einem anderen Ort eine neue Mensa zu bauen und die freigewordene Fläche mit dem neuen Bauhausmuseum [...]
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42. Kongreß. Absinth – Die Gurken
Performance von Olaf Weber zum „42. Kongress. Absinth – Die Gurken“
am 05.02.2009 im Oberlichtsaal der Bauhaus-Universität Weimar
Weber wird mit einer großen Pauke vor dem Bauch in den Oberlichtsaal geführt. Er trägt eine sonnenbrille, auf dem Kopf ein Drahtgestell mit einem Vogel, daran sind seitwärts zwei kleine Lampen befestigt, die an einem Stab herunter hängen [...]
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Märki Mittendrin
Märki bleibt, Wolf bleibt, Krause bleibt, war das alles nur eine Seifenblase? Ich will noch einmal auf die Hintergründe der kürzlich stattgefundenen Tragödie schauen. Stefan Märki soll vor allem deshalb bleiben, weil er im Politischen und Künstlerischen außerordentlichen Mut bewiesen hat, er hat die Unabhängigkeit seines Theaters verteidigt und fördert dort auch unkonventionelle Experimente. Die [...]
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Bach überpinselt: Eigentum an Bach verpflichtet
Aus dem Urlaub zurückgekehrt, musste ich feststellen, dass ein Kunstwerk in Weimar übertüncht worden ist. Im Rahmen der Bach-Bienale 2008 war das Konterfei des jungen Bach entstanden. Die originelle Grafik einer kanadischen Künstlerin stellte den jungen Komponisten in dem Moment dar, in dem er gerade die Tür seines Wohnhauses am Markt öffnet, um mal auf [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Nonsens – Zur Theorie und Praxis des Absurden
Nonsens ist kein Nicht-Sinn, Nonsens ist nicht sinnlos. ist keine bloße Verweigerung, sondern auch Suche nach Erweiterungen unserer ästhetischen Erfahrungen. Das Absurde ist heute möglicherweise sogar die adäquate Form der Wirklichkeitsaneignung, es widerspricht nur der herrschenden Logik, also einem eingeübten Verständnis von der Sache, das sich als „gesunder Menschenverstand“ ausgibt. Das scheinbar Unsinnige ist [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Wahrnehmung und andere Gedächtnisinhalte
Olaf Weber im Interview mit Wolfram Höhne
Bevor wir uns an die Produktion dieses Filmes setzten, haben wir viele Bücher zum Thema „Wie mache ich einen Film“ gelesen. Einer der Autoren, Hans Richter, hat geschrieben, dass er Schaulust zu den primitivsten der allgemeinen Bedürfnisse der Menschen überhaupt zählt. Wenn man einen Film machen will, kommt man [...]
Veröffentlicht in Architektur- und Designtheorie, Ästhetik ab 1990 Kommentieren
LebensKunst
„Glück“ hat Konjunktur. Esoterische Heilslehren oder Scientology, Gewinnspiele, Sexappeal und schnelle Autos versprechen das allgemeine Glück. Aber was ist ein erfülltes oder sich erfüllendes Leben? Die Geschichte der Philosophie hat darauf viele Antworten, neuerdings unter dem Begriff der „Lebensphilosophie“. Aber auch unter Aspekten der Mathematik (Zufall) oder der Psychologie (Askese und Ekstase) wird [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Genie oder Methode
> Prof. Dr. Olaf Weber
> Bereich Ästhetik
> Seminar
> Genie oder Methode (Doppelseminar, 4 SWS)
>
> Genie ist die Instanz, durch die die Natur der Kunst die Regeln
> vorschreibt(I. Kant). In der Moderne ist der Geniebegriff verpönt und
> wird letztmalig an Picasso oder Einstein vergeben, aber im 17., 18. und
> 19. Jahrhundert war er sehr beliebt zur Bezeichnung [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Holocaust
Der Holocaust ist in seiner ungeheuerlichen Grausamkeit ein singulärer Fall in der Menschheitsgeschichte und wird es hoffentlich auch bleiben, ihn zu leugnen stellt ein neuerliches Verbrechen dar. Doch warum ist der Gipfel der Ungeheuerlichkeit nicht mit anderen Grausamkeiten in Beziehung zu setzen?
Zusammenhänge herzustellen muss nicht “relativieren” im Sinne von abschwächen oder verharmlosen heißen. Zum Bespiel [...]
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Bach- und Bau- Haus
Weimars Kulturgeschichte ist in seiner Vielgestaltigkeit überragend. Sein Image ist auf Potentialen unterschiedlichster Genres der Kunst, Literatur, Musik und Architektur gegründet, die sich immer wieder erneuert haben. Aber auch die touristische Aufmerksamkeit verändert sich. Bisher waren Goethe und Schiller die high-lights dieses Kulturellen Kontinuums, in Zukunft werden es Bach und das Bauhaus sein. Das liegt [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Schrecklicher Naher Osten
In diesem Jahr konnte ich die Klezmer Musik beim Jiddish-Summer nicht recht genießen. Zwischen die lustigen und melancholischen Klänge mischten sich fremde Töne von Bomben und Raketen. Etwas Hässliches hatte sich an die schöne alte und doch so lebendige Musik geheftet, es war das Militär.
An dem Imageverlust Israels haben die westlichen Staaten wegen ihrer falsch [...]
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Militär und Wahnsinn Einige Argumente gegen das Militär und für einen globalen Pazifismus
Die Militärs rechtfertigen sich heute hauptsächlich mit der kollektiven Lüge, für die Landesverteidigung verantwortlich zu sein. Wenn sie sich aber auf die bloße Verteidigung verpflichten ließen, würden sie sich allesamt überflüssig machen. Die Militärs verteidigen also nur den ständig wachsenden Rüstungsetat, letztlich sich selber. Die alte, vor-zivilisatorische Funktion des Militärs, nämlich das Territorium [...]
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Die Lüge als Wahrheit und umgekehrt
1. Sitzung: 16-April-2007
Einführung in das Thema – »Die Lüge als Wahrheit und umgekehrt. «
Vorstellung des Seminarplanes, Vergabe der Referatwsthemen
2. Sitzung: 23-April-2007
Thema: »Wahrheit und Lüge – persönliche Erfahrungen und erste Ansätze einer Definition «
3. Sitzung: 30-April-2007
Thema: »Lüge und Wahrhaftigkeit«
»Der Wert der Lüge« – Simone Dietz
»Philosophie der Lüge« (auszugsweise) – Arno Baruzzi
»Was ist Wahrheit« – [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Nachtgedanken zur Kunst
Nachtgedanken zur Kunst
(Nach einer Diskussion, zu schnell geschrieben)
„Kunst kann man nur bestimmen, wenn man ins Staunen gerät.“ (M. Duchamp)
Nicht alles ist Kunst. Der Slogan “alle sind Künstler” war eine hübsche Provokation des Künstlers Beuys zur Markierung einer neuen Gesellschaft. Der Kunstmarkt hat daraus die unverschämte Legitimation gezogen, alles das zur Kunst machen zu können, woraus [...]
Veröffentlicht in Architektur- und Designtheorie, Ästhetik ab 1990 Kommentieren
Utopien
Im diesem Doppelseminar (4 SWS) werden zunächst die großen menschheitsgeschichtlichen Staats- und Sozialutopien untersucht: von Morus “Utopia”, Bacon´s “Atlantis” und Campanella´s “Sonnenstaat” über die utopischen Sozialisten bis zu den dürftigen Utopien der Gegenwart, danach beschäftigen wir uns mit den utopischen Potentialen der Kunst-, Design-, und Architekturmanifeste des 20. Jahrnunderts und befragen die Dysfunktionalität der Kunst [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Warum Kunst?
Im gewöhnlichen Kunstbetrieb ist die Frage nach dem Warum verpönt. Ist sie zu einfach oder zu schwierig oder gar überflüssig? Tatsache ist, dass das “Warum” in der Moderne zu einem wesentlichen Antrieb für die Erneuerung der Kunst geworden ist und auch die Öffentlichkeit verbindet zunehmend diese Frage mit ihren knappen Kassen. Im Studium scheint die [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Dali ist kitschy
Dali´s riesiges Werk – ein Rätsel und Kitsch – ein vager Begriff, eine Geschmacksache, sagen viele und reden nicht weiter darüber. Doch das Übersehen und Tolerieren des omnipräsenten Kitsches, das ist eine geistige Schwäche und selber kitschig. Und Dali wartet auf diesen Disput.
Das ist der Hintergrund, vor dem in diesem Aufsatz der Kitschbegriff untersucht und [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Das Blindengeld ist ein Exempel
In Thüringen soll das Einkommen unabhängige Blindengeld gestrichen werden. Das brachte am vergangenen Sonnabend über 6.000 Blinde und Sehschwache zu einer beeindruckenden Demonstration vor der Erfurter Staatskanzlei in Wut. Man könnte meinen, dass es sich hierbei um den üblicen Aufschrei der Besitzstandswahrung gehandelt hätte, die bei jeder Kürzung der staatlichen Zuschüsse herummosern. Doch für die [...]
Veröffentlicht in Politik und Gesellschaft Kommentieren
Flüchtige Symbole
Als Gast: Angela Hausheer, Performance-Künstlerin, Schweiz
Im Seminar werden theoretische Grundlagen für ein Spiel mit flüchtigen Symbolen erarbeitet. Das sind szenische Arrangements mit Personen und Dingen, die man als “Standperformance” oder “bewegliche Bilder” bezeichnen könnte. Der Körper ist dabei Bild und Aktion. “Standby” ist das Sinnbild für eine Bewegung, die angehalten ist, anzuhalten, Zu den theoretischen [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Zum 13. Februar 1945
Wer wie ich vor 60 Jahren als kleines Baby durch das Flächenbombardement auf Dresden obdachlos geworden, aber am Leben geblieben ist, der wird an diesem Jahrestag in besonderem Maße an die Negativität von Krieg und Gewalt erinnert. Damals kam der Tod für viele Tausende Männer, Frauen und Kinder aus den Flugzeugen der Alliierten. Wir [...]
Veröffentlicht in Pazifismus Kommentieren
Elite-Universität?
Kann oder möchte die Bauhaus Uni eine Elite-Universität werden? In der Weimarer hochschulpolitischen Debatte spielt diese Frage eine zunehmende Rolle. Sie ist eingebettet in solche Themen wie interdisziplinäre Forschungsprojekte, Drittmittel, globales Bauhausnetz, Privatisierung, Studienreform und Studiengebühren.
Ist “Elite-Uni” nur ein von der Politik ins Spiel gebrachter provokanter Begriff, der dringend notwendige Denkprozesse initiieren soll oder [...]
Veröffentlicht in Die Uni: Gründung einer Fakultät Kommentieren
Gestalten der Globalisierung
Die Digitalisierung verkleinert nicht nur die Geräte, es scheint, dass auch die Welt kleiner würde. Aber nur die Entfernungen werden kürzer und lösen sich in Echtzeiten auf, zugleich entstehen gewaltige Datenautobahnen, omnipotente Anlagen und riesige Konzerne. Die Nationalstaaten verlieren ihre Souveränität oder werden zu Supermächten, denen es an Legitimität fehlt. Die Welt verformt sich, es [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Pazifismus als Weg
Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Amerikaner im Irak versagen würden, weil Militärs immer Versager sind, Militär ist überflüssig – zu hause und erst recht in der Fremde. Jeder Staat blamiert sich, wenn er die Militärs gewähren lässt. Es hat noch keine Landnahme ohne Greueltaten gegeben. Das Foltern von Gefangenen ist dabei [...]
Veröffentlicht in Pazifismus Kommentieren
Kein Max-und-Moritz-Streich
Goethe hatte in einem Gespräch mit Eckermann, in dem es um seine Iphigenie ging, durchaus Sympathie mit den in Jena rebellierenden Studenten gezeigt. Nun hat Weimar selber eine Universität und damit auch einige rebellierende Studierende. Die Posse im Rathaus der letzen Woche hat gezeigt, dass Weimars Studenten nun wirklich aus ihren engen Zirkeln heraus getreten [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Seminar Kurskorrektur
Überall in der Gesellschaft stehen Kurskorrekturen an. Sie werden ersehnt oder gefürchtet, halbherzig gefördert oder oberflächlich verhindert, oft gehen sie in die falsche Richtung, oft sind sie nicht radikal genug. Im Seminar beschäftigen wir uns mit den aktuellen Umorientierungen von Bildung, Kunst und Design (Architektur, Medien…), denn für Veränderungen gibt es immer einen gesellschaftlichen Hintergrund, [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Die Zeit oder Muße – Tagträume einer Lebens-Kunst
* Warum Zeit?
* Be-Schleunigung
* Ent-Schleunigung
* Kunst, vor allem Design
* Rhythmen
* Muße als Modell als stimmhaftes JA
* Die Muße hat keine Zeit
[...]
Veröffentlicht in Architektur- und Designtheorie, Ästhetik ab 1990 Kommentieren
10 Jahre Fakultät Gestaltung.
Zuarbeit zur Stellungnahme für die Fakultätsentwicklung
In einer Welt des nationalen, europäischen und globalen Wettbewerbes der Universitäten und Hochschulen sind Vergleichbarkeit und Austauschbarkeit von Modulen der Studiengänge ebenso wichtig wie die unverwechselbaren Profile ihrer Lehrangebote.
Die Fakultät Gestaltung hatte sich mit ihrer Gründung im Jahre 1993 ein solches Profil gegeben, dass mit dem Begriff “Integriertes Projektstudium” umschrieben [...]
Veröffentlicht in Die Uni: Gründung einer Fakultät Kommentieren
Feudale Restauration oder ?
Zur “Enthüllungsfeier” des Denkmals für Carl Alexander im Jahre 1907 war der ganze Hof erschienen, dazu viele honorige Gäste, die Creme der feudalen und bürgerlichen Gesellschaft. In 4 Jahren wäre Gelegenheit, für ein wieder hergestelltes Reiterstandbild das ganze aufgeputzte Spektakel nach dem Muster des Schlachtfeldes von Jena/Auerstedt in historischer Kulisse und Kostümen zu wiederholen – [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Der Kitsch des 21. Jahrhunderts
Die Welt besteht aus Schwulst und Schmalz. Das effektreiche Aufplustern von Form oder Inhalt ist allgegenwärtig. Klischees und Phrasen verschleiern formenreich, dass nichts zu sagen ist. Indem er es mit den Sinnen und dem Gefühl reichlich gut meint, ist der Kitsch absichtsvoll schlecht, Es geht in diesem Seminar nicht um röhrende Hirsche und Gartenzwerge, sondern [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Kollektion Entsicherung
Kollektion 03 ENTSICHERUNG – Für Kollektivperformance
DEMONSTRATION 20./21.06 03 Leipzig, Schaubühne Lindenfels
Beitrag 1. Zu These 5
Ein albernes Hirn hätte sich die KriegsgegnerInnenbefürworterInnen ausgedacht – zum Spaß, als infantiles Konstrukt auf wessen? Kosten, während Bush mit Halali-Jagdmotiven Ernst macht. DER setzt die Denksprache der Trickfilm-Metaphern in Weltpolitik um, während Bin Laden die authentischen Ereignisse produziert.
Menschen wollen Leidenschaft [...]
Veröffentlicht in Pazifismus Kommentieren
Rahmen auf Sockel. (Dresdner Leiste)
Zu den „Simultanen Perspektiven“ der Künstlergruppe Kooperative Kunstpraxis (Jens Herrmann, Wolfram Höhne und Andreas Paeslack)
Seitdem es moderne Kunst gibt, versucht sie, vom Sockel herunter zu steigen, doch es gelingt ihr nicht. Das hat Gründe. Ein Blick in die Vorgeschichte zeigt uns um 1900 einen Künstler, dem das Repräsentationsgehabe der alten Feudal- und der neuen [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Nachtrag zum 9. Bauhaus Kolloquium 2003
Architektur kann nicht sprechen und wenn sie es versucht, können nur Lügen herauskommen. Der Architekt kann als Gestalter aber etwas mehr als bloß das Objekt für die Wahrnehmung zurechtzustellen. Welche Ideen sollte denn Architektur auch aussprechen, wer fragt danach?
Es fehlt der Architektur das, was Kunst und Medien zur Verfügung steht: eine Sprache. Sprache der Architektur [...]
Veröffentlicht in Die Uni: Gründung einer Fakultät Kommentieren
Ästhetik ist Muße.
Ein Performance-Vortrag mit
Myriam Eichberger (Blockflöte)
Musik (Ausschnitte bearbeitet) aus: „Black intention“ von Maki Ishii (geb. 1936)
Vorgetragen auf dem Kolloquium „Ästhetik – Aufgaben einer Wissenschaftsdisziplin“ der Philosophischen Fakultät an der Humboldt-Universität zu Berlin am 28.02.03
.
Wir betreten die Bühne. Ich habe einen Blindenstock in der Hand, an dem ein merkwürdiges optisches Gerät befestigt ist. ME sitzt auf einem [...]
Veröffentlicht in Aktionen und Performance-Vorträge Kommentieren
Ästhetik als Muße
Muße
Im Flieder fehlt nichts.
keine Lila Rosa kein
Verbot für Nichts. Die
Zeiten warten schöne
Stunden lang
um eine Uhr herum
zu kriegen. Ein
schwarzer Sonnen
strahl verdreht im Müßig
gang die kurze Weil Warum
es filtert jemand Schmetterlinge
aus dem Bauch. Beschaulich
grummelt etwas Denken,
Ungeahntes.
Auch ich bin faul.
für alles. sehne mich
zu Mutters Garten Duft,
zu einem Sofa Samt
Holunder. Hier
ist ohne Gier ist
alles Schweben
bis zum Grund.
Fontanas
Im Seminar werden [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Das unwiderrufliche Manifest
Manifeste sind Streitschriften und Positionsbestimmungen. Seit 150 Jahren markieren sie wichtige Standpunkte zu Kunst, Kultur und Politik. In diesem Doppelseminar (4 SWS) analysieren wir Manifeste aus 150 Jahren Kulturgeschichte. Das Bauhaus-Manifest wird ebenso dazu gehören wie das Futuristische, das Suprematistische, das Kommunistische das Dadaistische … Manifest oder kurze Texte mit programmatischem Charakter (z.B. Beuys, Gruppe [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Überhaupt keinen Krieg – Über Medien
An der eingegangenen Neujahrspost für 2003 ist auffällig, dass darin kaum einmal der Wunsch nach Frieden fehlt, woran wird es wohl liegen? Aber die globalen Militärs setzen gegen die Interessen der meisten Zivilisten auf Krieg. Die Medien spielen sensationshungrig mit. Es herrscht ein dumpfes Schweigen zu einem Thema, das so wichtig ist. Warum helfen die [...]
Veröffentlicht in Pazifismus Kommentieren
Solidarität mit Ellenbogen
Viele Spenden werden gesammelt und Benefizkonzerte werden veranstaltet – für die Opfer des 11. September, des Erfurter Amoklaufes oder der letzten Flutkatastrophe. Gut gemeinte Hilfe ist das, ich habe auch gespendet. Doch bleibt ein ungutes Gefühl. Es scheint mir zwielichtig, dass eine Gesellschaft, in derem Alltag jeder den anderen zu übervorteilen sucht, in dem Gewalt [...]
Veröffentlicht in Politik und Gesellschaft Kommentieren
Rhythmen
Alles Geschehen ist ein zeitliches Nacheinander. Das Wesen der Zeit ist die Dauer, aber Zeitverläufe sind nicht geradlinig und Kreisläufe sind nicht rund. Rhythmen durchdringen und kräftigen alle Prozesse, vom Kosmos bis zur Kunst. Im Menschen sind Rhythmen am vielseitigsten, weil sich hier physikalische, chemische, biologische, psychische und kulturelle Rhythmen durchdringen. Diese Überlagerung macht [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Naher Osten und Möllemann
Wieso lassen wir es zu, dass die Scharfmacher im Nahen Osten den Militärs den Anlass dafür geben, weiter aufzurüsten (über 830 Mrd US-Dollar Militärausgaben weltweit im letzten Jahr), wo doch eine Internationale Eingreiftruppe genügen würde, um Terroristen zu fassen und Krisenregionen zu sichern. Unsere Steuergelder werden für einen sinnlosen Moloch an Militärgewalt verschleudert und jeder [...]
Veröffentlicht in Pazifismus Kommentieren
Das Feste und das Lockere
Olaf Weber
Das Feste und das Lockere. Zur Ideengeschichte des Festes.
Ein Performance-Vortrag mit Angela Hausheer und Katja Weber.
Im Gaswerk Weimar, 2002
Wiederholung vor dem Römischen Haus, 2005
Eine große Treppe endet einen Meter fünfzig unter der Raumdecke. Auf einer Plattform steht ein großes rotes Sofa. Davor ein kleiner Tisch. Man kann dort oben nur in gebeugter [...]
Veröffentlicht in Aktionen und Performance-Vorträge Kommentieren
Inszenierte Lomografie – Zwei Kunstprojekte in Brasilien
mit Katja Weber
Fremde machen Fotos. Da wollen keine Ansichtskarten, keine
Urlaubsfotos herauskommen. Aber es gibt Ansichten. Was sieht man darauf? Ein Stück Teppich, eine verwackelte Hand, den Ausschnitt einer Fassade. Das ist typisch für Brasilien. Es ist typisch für eine Wahrnehmung, die nicht die Klischees der Tourismusindustrie bedient, sondern allen anderen Bildern die gleiche Chance einräumt [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Amoklauf Erfurt: Nicht genug Reform
Unfassbar, unglaublich, unerklärlich – so heißt es zu dem Erfurter Amoklauf. Doch wenn man genauer schaut, wäre alles vorauszusehen gewesen, nur nicht, dass es gerade Robert S. sein wird. Und gleich werden wir wieder daran gewöhnt, dass alles beim Alten bleibt. Eine Altersgrenze soll von 18 auf 21 heraufgesetzt werden und noch ein paar Kleinigkeiten. [...]
Veröffentlicht in Politik und Gesellschaft Kommentieren
Drei rezensionen zu Bruno Flierl
Rezensionen zu:
Berlin baut um - Wessen Stadt ist die Stadt? Kritische Reflexionen 1990-1997
Gebaute DDR. Über Stadtplaner, Architekten und Macht
Hundert Jahre Hochhäuser - Hochhaus und Stadt im 20. Jahrhundert
[...]
Veröffentlicht in Architektur- und Designtheorie, Ästhetik ab 1990 Kommentieren
Welt ohne Terror? Zum 11.09.01
Meine und vieler anderer Trauer und Mitgefühl um die Opfer des 11.09.01 werden dazu missbraucht, den Eindruck eines Einverständnisses mit der Politik der amerikanischen Regierung zu erwecken. Das emotionalisierte Solidarisierungsgebot mit dem „großen Bruder“ USA hatte einen Maulkorbeffekt, wo doch gerade in dieser Zeit der Betroffenheit von der USA-Regierung eine Politik und Rhetorik betrieben wurden, [...]
Veröffentlicht in Pazifismus Kommentieren
Choreographie oder Apokalypse
Wie übersetzen Medien das Außergewöhnliche in den Alltag, fragt Wolfgang Kissel in einer mail und er richtet seine Frage besonders an die beiden Bereiche, die für das Außergewöhnliche zuständig wären – die Ästhetik und die Religion.
Für die Ästhetik muss ich ihre Zuordnung zum Außergewöhnlichen natürlich ablehnen, sie ist Alltag und Kunst, will in den Alltag [...]
Veröffentlicht in Pazifismus Kommentieren
Was ist olfaktorische Denkmalpflege.
Olaf Weber
Ein Performance-Vortrag
Ich trete ans Rednerpult, hebe die Arme und bewege sie dreimal – quasi Luft einsaugend – zu meiner Nase. Dasselbe wiederhole ich an den beiden Seiten der Bühne. Ein Jagdhund („Weimaraner“) wird auf einer tuchbedeckten Tafel hereingetragen und neben dem Rednerpult abgestellt. Eine antike Säule ergänzt das Arrangement. Nach einer Weile kommt eine [...]
Veröffentlicht in Aktionen und Performance-Vorträge Kommentieren
Kein bisschen weise. Zum Kriegsbeginn gegen Afghanistan.
In einer scheinbar schönen Zeit gab es zwei schlimme Daten: den 11. September und den 7. Oktober. Warum muss die Reaktion auf eine furchtbare Tat genau so furchtbar und ich füge hinzu: dumm sein? Statt die Komplizen der Terroristen von New York und Washington ausfindig zu machen, zu ergreifen und vor ein zuständiges Gericht zu [...]
Veröffentlicht in Pazifismus Kommentieren
Terrorismus und Weisheit
Änderung Lehrangebot
Statt des Seminars „ Nachhall Nachhaltigkeit“ biete ich aus aktuellen Gründen ein philosophisch-politisches Seminar
zum Thema
Terrorismus und Weisheit
an.
Im Seminar beschäftigen wir uns mit den Verhältnissen von Gewalt Macht Diplomatie Krieg Demokratie Anarchie Totalitarismus Globalisierung u.a. Ziel des Seminars ist es, neben Erkenntnissen über o.g. Zusammenhänge ein Konzept für [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Kritik der Presse
Brief an Thüringer Landeszeitung, Chefredaktion
Sehr geehrter Herr H. H.,
In unserem Staat kann fast alles kritisiert werden, außer der Presse, denn sie ist das Medium, das eine Selbstmächtigkeit über ihre Kritiker besitzt. Mir gefällt einiges an der Presse – zumal an der TLZ – nicht. Aber es gibt kein anderes Medium als die Zeitung [...]
Veröffentlicht in Politik und Gesellschaft Kommentieren
Kulturstadt – wie weiter? Auf das timing kommt es an.
Wenn das Kulturstadtjahr ein Erfolg war und wenn es aus den erfolgreichen Kunstfesten hervorgegangen ist, so soll es im Jahr danach auch wieder dorthin zurückkehren. Weimar ist Gegenstand einer inszenierten Stimmungsdemokratie, nach der Kauffmann erst Gespenst (Rollplatz), dann Guru (das schöne Spektakel), dann Gangster (Geldverschwender) und nun wieder Guru (der Verletzliche) sein soll. Ich bin [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Projekt Entschleunigung
T empogesellschaft. Schneller, höher, weiter. Rotation. Rechengeschwindigkeit. Zeit ist Geld. Turbokapitalismus. Tempolimit. Grenzen des Wachstums, Verlangsamung, Entschleunigung.
Welche Künstler, Designer und visuellen Kommunikateure können etwas mit den folgenden Sätzen von Friedrich Nietzsche, der nur wegen seines Jubiläums zu Worte kommt, anfangen?
„Man denkt mit der Uhr….“
Welche ästhetische Konsequenzen hat Verlangsamung? Die [...]
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Eine Begrüßung
Eine Begrüßung im Theaterhaus Weimar am 4. Juli 2000 anläßlich des 1-jährigen Bestehens desselben. Von Olaf Weber
Ich habe sehr gern den Part der Begrüßung übernommen.
Aber was ist Begrüßung?
Begrüßung, das ist artig mh.
Begrüßung, das ist artig mh.
Begrüßung, das ist Anfang, es geht los.
Alltagfenster schließen. Auf-Hören Reden durcheinander.
Schluß mit dem schmalen tolk.
Begrüßung, das ist die Ohren spitzen
ohne [...]
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Schmiergeldaffaire
Wer hat eigentlich durch die Parteispendenaffaire der CDU an Ansehen verloren? Kohl, die CDU, alle Parteien, die Demokratie? Wir sollten dabei deutlicher differenzieren. Zunächst ist es ein gutes Zeugnis und ein Gewinn für die Demokratie, dass diese ungeheuren Verstöße von Gesetzgebern gegenüber ihren eigenen Gesetzen aufgedeckt worden sind und nun hoffentlich für die Zukunft vorgebeugt [...]
Veröffentlicht in Politik und Gesellschaft Kommentieren
Nachtrag zum Verein zur Verlängerung des Jahres 1999
Der „Verein zur Verlängerung des Jahres 1999“ war eine Fiktion, trotzdem realisierte er sich von allen meinen Veröffentlichungen als Botschaft am meisten.
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Verein zur Verlängerung des Jahres 1999.
Prof. Dr. Olaf Weber, Weimar
Prof. Elise Clark, New York
Prof. Dr. Charles Newton, Sidney Im Dezember 1999
PRESSEMITTEILUNG über die Gründung des „Vereins zur Verlängerung des Jahres 1999“
In letzter Minute geben die o.g. Gründungsmitglieder die Initiative für einen internationalen „Verein zur Verlängerung des Jahres 1999“ bekannt. Ziel dieses Vereins ist es, das Jahr 1999 zeitlich so zu strecken, [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Menschen und Tiere aus Weimar – eine groteske Geschichte
1. Als ich aufblickte, sah ich zwei dicke Wolken heransegeln. Die eine blieb über Goethes Gartenhaus hängen, die andere über der Kopie. Da liegt Verdunkelungsgefahr vor, dachte ich, aber die Kopie war hellwach und sprach: – Ich bleibe hier. Ich muß hier bleiben, denn das Original wird erst zum Original durch die Kopie. Durch mich [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Weltanschauung
Wird uns die angebliche Politikmüdigkeit nur eingeredet oder sind die Politiker tatsächlich wert, abgeschafft zu werden? Der „mündige“ Bürger kommt nicht mehr hinter seinem Ofen hervor, der Rückzug ins Private ist allerorts zu spüren. Der Widerspruch zwischen der Problemfülle unserer Zivilisation und dem Desinteresse der meisten Zeitgenossen an öffentlichen Angelegenheiten ist eklatant.
In Frage steht, wie [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
PerformanceArt
Auslöser für dieses Projekt ist die Beobachtung, daß immer mehr Studenten und Studentinnen versuchen, neue Formen der Präsentation ihrer Ergebnisse auszuprobieren, bei denen sie handelnde Akteure sind. Andere wollen überhaupt Handlungen in Zeit und Raum zum Gegenstand ihrer (multimedialen) Arbeit machen.
Der Begriff „Performance“ ist ein modischer und unscharfer Begriff, hinter dem sich oft Unwissen, aber [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Einmal noch: Aufstieg und Fall
Neben der Ablehnung der von Daniel Buren entworfenen Rollplatz-Gestaltung durch eine desinformierte Weimarer Öffentlichkeit war der DDR-Teil der Ausstellung „Aufstieg und Fall der Moderne“ sicherlich der skandalöse Höhepunkt des Kulturstadtjahres. In der Mediengesellschaft braucht jedes enorme Kulturereignis offenbar solche Aufsehen erregenden Effekte. Doch war der Ausstellungsteil „Offiziell – Inoffiziell“ nicht nur späktakulär, sondern auch ein [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
DIE IMITATION DER VIRTUELLEN KOPIE – Das zweite und dritte Gartenhaus
Das zweite Gartenhaus des Dichters hat die Frage aufgeworfen, was denn heute noch Original, was Kopie sei. Was ist auch Imitation, was ist Authentisches, was Virtuelles? Das doppelte Häuschen steht zwar da und ist zu betreten, doch nicht die Besucherkapazität, sondern die Frage, was wir von dem, was wir wahrnehmen noch glauben können, ist des [...]
Veröffentlicht in Texte zu Kunst und Kultur Kommentieren
Nato-Unterstützung für Imperatoren
Lutz Rathenow bescheinigte kürzlich der NATO einen humanitären Ansatz im Kosovo-Krieg. Ein solcher Humanismus soll vielen Politikern des Westens nicht abgestritten werden, doch wenn die Diskrepanz zwischen Absichten und Wirkungen so groß ist wie im Jugoslawienkrieg der NATO, dann können weder die Mittel noch die Ziele stimmen. Der Zweck heiligt nur solche Mittel, die mit [...]
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Reize Weimars
Antwort auf einen Leserbrief (Thüringer Landeszeitung vom 11.03.99)
Wenn jemand Weimar als „touristenfeindlich“ scheltet, so muß er entweder einen driftigen Grund haben oder ihm geht es um Pauschalverdächtigungen wie „Unternehmerfeindlichkeit“, die aus einer bestimmten politschen Ecke gegen die Rot-Rot-Grüne Mehrheit im Weimarer Stadtparlament erhoben werden.
Es muß wohl des Weimar-Touristen Geheimnis bleiben, wie er vom Weimarer Busbahnhof [...]
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Zeitungs-Machen
An den Chefredakteur der „Thüringer Landeszeitung“
Sehr geehrter Herr H. H.,
vielen Dank für Ihren Brief vom 05. 01. 99… . Der Kern meines Leserbriefes war . . . eine Kritik an der Art, wie Sie in Ihrer Zeitung einige politische Themen behandeln. Doch während in diesem Lande jeder und jedes einer kritischen Bewertung ausgesetzt [...]
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Der Gau
Heißt das Ding nun Karl-Marx-Platz oder Gauforum oder ist der Platz eine Allee, die Carl-August-Allee? Namen sind Glückssache, Babys wissen das. Auch der Name eines Platzes passt selten zu dem Raum, den er markiert. „Adolf-Hitler-Platz“ war einst bestens für den Platz, doch der Platz nicht für Weimar und der Name nicht für Menschlichkeit geeignet . [...]
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Ankündigung eines Leserbriefes
Chefredakteur der TLZ
Sehr geehrter Herr H. H.,
beiliegenden Leserbrief meine ich ganz ernst. Sie spielen mit Ihrer Kampagne gegen die PDS nur dieser Partei in die Hände. Das kann nicht gut gehen. Über den Erfurter Parteitag der Grünen hat Ihre Zeitung nur ein paar Zeilen übrig gehabt. Das sind Informationslücken, die der TLZ, deren Leser ich [...]
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WACHSTUM – WOHIN?
Neulich wurde eine Studie über das Hotelwesen in Weimar bekannt. Danach gibt es schon heute doppelt soviel Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt, wie normalerweise trotz der Anziehungskraft von Goethe, Schiller, sowie anderer Prominenter und Attraktionen gebraucht würden. Die Schlußfolgerung der Hoteliers heißt: Bürgermeister schlafe nicht, sondern schaffe Touristen her, die in unseren Betten schlafen. Also: Mehr, [...]
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Zur Vorstellung der Direktkandidatin Vera Lengsfeld
Wird man, indem man einen berühmten Mann zu seinem Feinde erklärt, selbst berühmt? Vielleicht – Stefan Heym wird sicherlich keine Notiz davon nehmen, daß Frau Lengsfeld sein Bild ausgewählt hat, um ihren politischen Gegner zu karikieren. Ist es geschmacklos, den greisen, ehrwürdigen Mann mit dickem Bauch, dünnen Armen und Beinchen darzustellen? Das soll jeder halten, [...]
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Architektur und Kommunikation
Ein Blick in die Geschichte deutet die unterschiedliche Lesbarkeit von Architektur an.
In einer mittelalterlichen Stadt beispielsweise konnten die Höhendominanten und die Stärke der Befestigungsanlagen etwas über die wirtschaftliche Prosperität der Stadt aussagen, die Nähe und Ferne der Gewerke zum Marktplatz verriet etwas [...]
Veröffentlicht in Lehrveranstaltungen Ästhetik Kommentieren
Huren
Daß der Humandenker Eberhard Haufe auf seine alten Tage der bürgerlichen Scheinmoral auf den Leim gehen muß! Schade, schade, traurig. Daß es die käufliche Liebe in dieser unserer Sauber-Gesellschaft so maßlos und geschmacklos gibt, liegt daran, daß alles Käufliche so maßlos und geschmacklos zu haben ist. In die schöne Cranachstraße paßt sie nicht schlechter als [...]
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Das Profil der Bauhaus-Uni
Die fortschreitende Anreicherung der Universitätsstrukturen durch neue Studiengänge, Fakultäten, Sonderforschungsgebiete usw. birgt die Gefahr in sich, daß die Uni immer komplizierter, undurchschaubarer und bürokratischer wird. Auf die zunehmende Differenziertheit der Praxis mit einer Erhöhung der strukturellen Komplexität zu reagieren, ist aber das Verfahren des 19. und 20. Jahrhunderts, also der Industriegesellschaft, die zu überwinden wir [...]
Veröffentlicht in Die Uni: Gründung einer Fakultät Kommentieren
Die Quadratur des Zentrums
Eine Architektur- und Kulturkritik am Beispiel Weimars
Auch in Weimar ist ein Baustil ausgebrochen, der bei manchem Traditionsbewußten auf Erschrecken trifft. Doch das Handelshaus am Theaterplatz, die neue Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes und das am organisierten Bürgerprotest gescheiterte Buren-Projekt für den Rollplatz sind Zeugnisse eines globalen Phänomens, das immer häufiger als “Zweite Moderne” bezeichnet wird. Zu sehen [...]
Veröffentlicht in Texte zu Architektur und Stadtplanung (Weimar seit 1990) Kommentieren
Zukunft des Schemas oder Architektur der Nähe? Die Überwindung der modernen Architektur.
Die Rückschau auf den Industrialismus mündet in einer Beschreibung der Dimensionen dessen, was umkreisend als „Architektur der Nähe“ lbezeichnet wird. Eine Rede auf einem Konkreß Thüringer Architekten.
Veröffentlicht in Architektur- und Designtheorie, Ästhetik ab 1990 Kommentieren
Richtigstellung
In der thüringer Allgemeinen vom 19.03.1998 gab es persönliche Angriffe auf mich, die die Redaktion dieser Zeitung veröffentlicht hat, während dieselbe Redaktion wesentliche Passagen meiner Leserzuschrift vom 5.03.1998 gestrichen hatte, mit deren Kenntnis die Briefeschreiber sicher anders reagiert hätten. Nur so kann ich mir erklären, daß Herr Ralf Zimmer meine Zuschrift als ‚überheblich,menschenverachtend und denunzierend“ [...]
Veröffentlicht in Politik und Gesellschaft Kommentieren
Der Rollplatz kann nicht stehen bleiben.
Die große Aufregung hat sich gelegt; ist auch Erkenntnis gewachsen? – Wahrscheinlich nicht. In der Diskussion um das Buren-Projekt ist fast alles schief gelaufen, was schief laufen kann.
Ich will nur drei Schwachstellen der Diskussion benennen.
Erstens fehlt ein gesamtstädtisches Konzept für die Kunst im öffentlichen Raum. Zweitens fehlten Buren und Kauffmann eine kunstpädagogische Strategie, wahrscheinlich überhaupt [...]
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Erst mal tief durchatmen – zu Daniel Burens Entwurf für den Rollplatz
Moderne Kunst ist nicht immer nur hübsch und fein – vielleicht, weil unsere Welt nicht so gut ist oder weil die Glitzerwelten der Werbung schon genug Hübschheit und Glanz verbreiten. Wenn Weimar nicht in der Tradition verstauben will, müssen wir den provokanten Charakter der Moderne aushalten – nur an ein paar Stellen. Was mich an [...]
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Die Erfurter Erklärung und die Bürgerrechtler
Der Aufruf von Intellektuellen, Kirchenleuten und Künstlern in der „Erfurter Erklärung“ ist vor allem ein Appell an das Gemeinwesen, das nur ein gewisses Maß an Widersprüchen verträgt. Vor allem im Besitzstand sind die Unterschiede inzwischen so gross, daß sie nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung durch den Mangel an Kaufkraft behindern, sondern auch in allen anderen [...]
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Chaos vor dem Kulturstadtjahr
Überall Baustellen, Umleitungen, Verstopfungen. Nach einem Verkehrslenkungskonzept wird gerufen. Richtig. Aber kann man nicht auch mal etwas anderes tun? Könnten wir nicht auch das bestehende Chaos als Chance begreifen, etwas Neues auszuprobieren?
Ich meine damit, daß viele unserer Zeitgenossen aus riner Gewohnheit und quasi bewußos ins Auto steigen. Es kann nur darum gehen, das Auto bewußter [...]
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Chaos – Hurra
Überall Baustellen, Umleitungen, Verstopfungen. Nach einem Verkehrslenkungskonzept wird gerufen. Richtig. Aber kann man nicht auch mal etwas anderes tun? Könnten wir nicht auch das bestehende Chaos als Chance begreifen, etwas Neues auszuprobieren?
Ich meine damit, daß viele unserer Zeitgenossen aus reiner Gewohnheit und quasi bewusstlos ins Auto steigen. Es kann nur darum gehen, das Auto bewusster [...]
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Im gläsernen Dickicht der Einkaufscenter
Im Dschungel war der Mensch ein Suchender. Vor allem suchte er nach Nahrung, auch nach Kleidung und Behausung. Er sammelte und jagte die Güter seines Bedarfs und hatte damit den ganzen Tag zu tun. Später wurde es einfacher.
Er hatte Vorräte angelegt und wußte -wie das Eichhörnchen im Winter, wo sie zu finden waren. Noch viel [...]
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Baumeister Exkursion – Neues Bauen in Weimar.
In Weimar ist alles auf das Jahr 1999 ausgerichtet, in dem dieser kleinste aller jemals dazu erkorenen Orte „Europäische Kulturstadt“ sein wird. Auf den ersten Blick ist Bauen derzeit vor allem Straßenbau. Die ewige Kult- und Protokollstrecke vom Bahnhof über Goethe- und den Theaterplatz, Schillerstraße bis zum Frauenplan und dem “Elefanten” wird grundsaniert und aufpoliert. [...]
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ALLE MACHT DEM GESTALTUNGSBEIRAT!
Im letzten Jahr war es endlich gelungen, einen Gestaltungsbeirat für Weimar zu gründen. Doch was nützt es, wenn der Rat dieses Rates nicht angenommen wird?
Im Falle des neuen Kaufhauses auf dem Schützengassenplatz plädierte der Gestaltungsbeirat kürzlich für das, was schon vorher ein Wettbewerb und die Arbeit am Bebauungsplan ergeben hatten:
Die Häuser Schillerstr. 11 und 11a [...]
Veröffentlicht in Architektur- und Designtheorie, Ästhetik ab 1990 Kommentieren
Bruno Flierl 70. Beitrag zum Geburtstagsjubiläum am 02.02.1997
Olaf Weber
Bruno Flierl 70. Beitrag zum Geburtstagsjubiläum am 02.02.1997
Ich bin nicht so gut vorbereitet, wie meine Vorredner, aber, lieber Bruno, das kennst Du ja aus unserer gemeinsamen Zeit an der Bauakademie.
Ich hatte in meinem Leben nur drei Chefs. Der eine war Bernd Grönwald und die beiden anderen, das waren Bruno Flierl und Lucius Burckhardt. Und [...]
Veröffentlicht in Architektur- und Designtheorie, Ästhetik ab 1990 Kommentieren
EIGENTUM VERPFLICHTET?
Im freien Fall der Fassaden an der Ackerwand (ehem. Russische Gesandtschaft, zuletzt Schule) kommt das ganze Dilemma zum Ausdruck, das entsteht, wenn die Interessen eines Investors im Widerspruch zur Erhaltung historischer Substanz stehen. Eigentum verpflichtet, so hübsch hört man das manchmal. Doch allzu oft wird die Öffentlichkeit arg getäuscht. Das Schicksal des denkmalgeschützten Gebäudes war [...]
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Glanz und Efeu – Weimar 99. Vortrag auf dem 4. Thüringer Architektentag.
9 Anmerkungen
1. Das Jammern der Weltbürger. In Weimar werden abends die Bürgersteige hochgeklappt. Weimar ist spießig und kleinkariert, die Stadt döst in den muffigen Hinterzimmern der Geschichte. Und die Weimarer haben sich in vermeintlicher biologischer Abstammung vom großen Geist, der in ihren Mauern wohnt, unter einer historischen Käseglocke verkrochen, wo sie Thüringer [...]
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Behutsamkeit statt Denkmalschutz
„Behutsamkeit“ sollte als Pendant zur Nachhaltigkeit ein allgemeingültiges Prinzip der Gestaltung sein und somit den Denkmalschutz als arbeitsteilige Miniatur der gestaltenden Praxis einbeziehen. Denkmalschutz ist so gesehen eine administrative Notlösung der Baukultur. Die Würde des Gebauten ist unantastbar.
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Graffiti – wie schlimm ?
In Weimar ist die Polizei acht Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren auf die Spur gekommen, die Graffitis an Mauern, Bahn und Busse gesprayt hatten.
Endlich, so hört man, sind diese Kriminellen überführt. Doch ich freue mich darüber nur teilweise. Zum einen fände ich es gut, wenn sich die Aufmenksamkeit der Polizei mehr den gewalttätigen Jugendlichen [...]
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Die 08-15te Moderne. Nieder mit dem Beschleunigungsgesetz!
Die Moderne muss neu definiert werden. Sie ist das Gestaltungsprinzip des Industrialismus. Sie erzeugt eine Architektur der Ferne, der Illusion und der Abstraktheit, schließt also Postmoderne, Dekonstruktion, zweite und 0-8-15te Moderne ein. Die Architektur der Nähe ist dagegen konkret und ihre Vielfalt real. Vortrag auf einem Bauhaus-Kolloquium.
Veröffentlicht in Architektur- und Designtheorie, Ästhetik ab 1990 Kommentieren
Resümee. Der 42. Kongress 2011