Nonsens ist kein Nicht-Sinn, Nonsens ist nicht sinnlos. ist keine bloße Verweigerung, sondern auch Suche nach Erweiterungen unserer ästhetischen Erfahrungen. Das Absurde ist heute möglicherweise sogar die adäquate Form der Wirklichkeitsaneignung, es widerspricht nur der herrschenden Logik, also einem eingeübten Verständnis von der Sache, das sich als „gesunder Menschenverstand“ ausgibt. Das scheinbar Unsinnige ist eigentlich der Widersinn. Absurdes kann durch „Gehen bis an den Rand, durch letzte Konsequenzen“ (Camus)zum erhellenden Denken zwingen oder überhaupt eine Sache vom Kopf auf die Füße stellen. Das Absurde ist damit identisch mit essentiellen Momenten der zeitgenössischen Kunst und des Designs.
Das Absurde ist etwas in Inhalt und Form Non-Konformes, es ist außergewöhnlich und abstrus, seltsam und ungereimt, vielleicht auch misstönend. Als künstlerische oder gestalterische Methode ist das Absurde sowohl eine regelhaft betriebene Sinnverweigerung, als auch eine alogische Sinnstiftung. Die anarchistische Welt des Nonsens enthält auch stilistische Elemente und verkehrt verwendete Sprachmuster, sie generiert Wirklichkeiten, die außerhalb der gewohnten Zeichenwelt existieren. Übliche, also un-übliche Mittel des Nonsens sind aberwitzige Collagen, paradoxe Verwerfungen, Aporien, leere Metaphern, überraschende Notationen, misslungene Makros usw., also das ganze disparate Chaos ästhetischer Ordnungen, nicht zu vergessen die Komik des Absurden.
Im Seminar werden wir uns mit den Wurzeln, der Geschichte und Theorie des Absurden beschäftigen, mit solchen Autoren wie Lewis Carroll, Albert Camus oder Jean-Paul Satre, Andre Breton und den Surrealisten, Samuel Bekett, Franz Kafka, den Dadaisten, dem absurden Theater usw. Heute sind vielleicht Schlingensief und Jonathan Meese die absurden Vertreter des Nonsens.
Das Seminar endet mit einem Fest des Absurden auf offener Bühne.
Zeit: Montags, 17 bis 20 Uhr
Beginn: 20. Oktober 2008
Ort: Marienstr. 1a, Raum 201
Richtet sich an: FK,PD,VK,LAK
Seminarplan WS 2008/2009
20.10.08 Einführung
27.10.08 Proben des Absurden
03.11.08 Andre Breton und der Surrealismus.
10.11.08 Albert Camus. Der Mythos vom Sis<phus. Die Theorie des Absurden. Der Verfremdungseffekt (Brecht)
12./14.11.08 workshop Eva Weigandt (Einführung bereits am 07.11.08)
17.11.08 Absurdes Theater, ionescu und Samuel Beckett
24.11.08 Jean Paul Satre und der Existentialismus. Macuse und Adorno. Dialiktik der Widersprüche.
01.12.08 Dada und das Absurde
08.12.08 Literatur des Absurden, Edward Lear, Lewis Carroll. Franz Kafka. Dostojewskj,Morgenstern…
15.12.08 Charles Chaplin, Buster Keaton. Stummfilmzeit Marx-Brothers. Karl Valentin.
05.01.09 John Cage Karl Heinz Stockhausen. Jonathan Meese und Christoph Schlingensief
12.01.09 Anke Stiller: Zeitgenössische Künstler des Absurden
17./18.01.09 Plattform Angela Hausheer. workshop.
19.01.09 Auswertung workshop Angela Hausheer
26.01.09 Vorbereitung des Semesterabschlusses
04.02.09 Absurd –Fest/Locker
Geforderte Leistungen:
- Proben des Absurden (per e-mail bis Montag, 27.10. 10 Uhr)
- Referat (unbedingt Konsultation)
- Seminartagebuch
- Absurdes als Kreation (Beitrag zum Fest der Absurditäten)
Anleitung zu Aufgabe 1: Proben des Absurden.
Hast Du selbst Erfahrungen mit dem Absurden gemacht, Kannst du eine solche Erfahrung in der Wirklichkeit oder in der Kunst/den Medien mit einem der folgenden, sehr tiefsinnigen Sätze von Albert Camus in Verbindung bringen?
Logisch zu sein, ist immer bequem… Es gibt einen Rationalismus – in dem alle Gewissheiten Steine geworden sind.
dass etwas Denken vom Leben entfernt, viel Denken aber zum Leben zurückführt.
Die Welt ist weder rational, noch irrational, sie ist unvernünftig, nichts weiter… Nötig ist dagegen eine scharfsichtige Gleichgültigkeit.
Eine Stufe tiefer – und die Verfremdung ergreift uns, die Wahrnehmung, dass die Welt dicht ist, die Ahnung, wie sehr ein Stein fremd ist .
Das Absurde entsteht aus dieser Gegenüberstellung des Menschen, der fragt, und der Welt, die vernunftswidrig schweigt.
Nach der Begegnung mit dem Absurden ist alles erschüttert.
Der Tod und das Absurde sind die einzigen Prinzipien der Freiheit.
Das Kunstwerk bezeichnet zugleich den Tod einer Erfahrung und ihre Vervielfachung. . . Das Kunstwerk ist die Inkarnation des Verstandes. Das absurde Kunstwerk verlangt einen Künstler, der sich seiner Grenzen bewusst ist, und einer Kunst, in der das Konkrete nichts anderes bedeutet als sich selbst.
Auflehnung, Freiheit und Mannigfaltigkeit sind die Eigenschaften des Denkens wie der Kunst.
Nonsens ist kein Nicht-Sinn, Nonsens ist nicht sinnlos. ist keine bloße Verweigerung, sondern auch Suche nach Erweiterungen unserer ästhetischen Erfahrungen. Das Absurde ist heute möglicherweise sogar die adäquate Form der Wirklichkeitsaneignung, es widerspricht nur der herrschenden Logik, also einem eingeübten Verständnis von der Sache, das sich als „gesunder Menschenverstand“ ausgibt. Das scheinbar Unsinnige ist eigentlich der Widersinn. Absurdes kann durch „Gehen bis an den Rand, durch letzte Konsequenzen“ (Camus)zum erhellenden Denken zwingen oder überhaupt eine Sache vom Kopf auf die Füße stellen. Das Absurde ist damit identisch mit essentiellen Momenten der zeitgenössischen Kunst und des Designs.
Das Absurde ist etwas in Inhalt und Form Non-Konformes, es ist außergewöhnlich und abstrus, seltsam und ungereimt, vielleicht auch misstönend. Als künstlerische oder gestalterische Methode ist das Absurde sowohl eine regelhaft betriebene Sinnverweigerung, als auch eine alogische Sinnstiftung. Die anarchistische Welt des Nonsens enthält auch stilistische Elemente und verkehrt verwendete Sprachmuster, sie generiert Wirklichkeiten, die außerhalb der gewohnten Zeichenwelt existieren. Übliche, also un-übliche Mittel des Nonsens sind aberwitzige Collagen, paradoxe Verwerfungen, Aporien, leere Metaphern, überraschende Notationen, misslungene Makros usw., also das ganze disparate Chaos ästhetischer Ordnungen, nicht zu vergessen die Komik des Absurden.
Im Seminar werden wir uns mit den Wurzeln, der Geschichte und Theorie des Absurden beschäftigen, mit solchen Autoren wie Lewis Carroll, Albert Camus oder Jean-Paul Satre, Andre Breton und den Surrealisten, Samuel Bekett, Franz Kafka, den Dadaisten, dem absurden Theater usw. Heute sind vielleicht Schlingensief und Jonathan Meese die absurden Vertreter des Nonsens.
Das Seminar endet mit einem Fest des Absurden auf offener Bühne.
Zeit: Montags, 17 bis 20 Uhr
Beginn: 20. Oktober 2008
Ort: Marienstr. 1a, Raum 201
Richtet sich an: FK,PD,VK,LAK
Seminarplan WS 2008/2009
20.10.08 Einführung
27.10.08 Proben des Absurden
03.11.08 Andre Breton und der Surrealismus.
10.11.08 Albert Camus. Der Mythos vom Sis<phus. Die Theorie des Absurden. Der Verfremdungseffekt (Brecht)
12./14.11.08 workshop Eva Weigandt (Einführung bereits am 07.11.08)
17.11.08 Absurdes Theater, ionescu und Samuel Beckett
24.11.08 Jean Paul Satre und der Existentialismus. Macuse und Adorno. Dialiktik der Widersprüche.
01.12.08 Dada und das Absurde
08.12.08 Literatur des Absurden, Edward Lear, Lewis Carroll. Franz Kafka. Dostojewskj,Morgenstern…
15.12.08 Charles Chaplin, Buster Keaton. Stummfilmzeit Marx-Brothers. Karl Valentin.
05.01.09 John Cage Karl Heinz Stockhausen. Jonathan Meese und Christoph Schlingensief
12.01.09 Anke Stiller: Zeitgenössische Künstler des Absurden
17./18.01.09 Plattform Angela Hausheer. workshop.
19.01.09 Auswertung workshop Angela Hausheer
26.01.09 Vorbereitung des Semesterabschlusses
04.02.09 Absurd –Fest/Locker
Geforderte Leistungen:
- Proben des Absurden (per e-mail bis Montag, 27.10. 10 Uhr)
- Referat (unbedingt Konsultation)
- Seminartagebuch
- Absurdes als Kreation (Beitrag zum Fest der Absurditäten)
Anleitung zu Aufgabe 1: Proben des Absurden.
Hast Du selbst Erfahrungen mit dem Absurden gemacht, Kannst du eine solche Erfahrung in der Wirklichkeit oder in der Kunst/den Medien mit einem der folgenden, sehr tiefsinnigen Sätze von Albert Camus in Verbindung bringen?
Logisch zu sein, ist immer bequem… Es gibt einen Rationalismus – in dem alle Gewissheiten Steine geworden sind.
dass etwas Denken vom Leben entfernt, viel Denken aber zum Leben zurückführt.
Die Welt ist weder rational, noch irrational, sie ist unvernünftig, nichts weiter… Nötig ist dagegen eine scharfsichtige Gleichgültigkeit.
Eine Stufe tiefer – und die Verfremdung ergreift uns, die Wahrnehmung, dass die Welt dicht ist, die Ahnung, wie sehr ein Stein fremd ist .
Das Absurde entsteht aus dieser Gegenüberstellung des Menschen, der fragt, und der Welt, die vernunftswidrig schweigt.
Nach der Begegnung mit dem Absurden ist alles erschüttert.
Der Tod und das Absurde sind die einzigen Prinzipien der Freiheit.
Das Kunstwerk bezeichnet zugleich den Tod einer Erfahrung und ihre Vervielfachung. . . Das Kunstwerk ist die Inkarnation des Verstandes. Das absurde Kunstwerk verlangt einen Künstler, der sich seiner Grenzen bewusst ist, und einer Kunst, in der das Konkrete nichts anderes bedeutet als sich selbst.
Auflehnung, Freiheit und Mannigfaltigkeit sind die Eigenschaften des Denkens wie der Kunst.